Leons Beine trugen ihn wie auf Autopilot, ein taubes, stolperndes Zurückweichen vom Küchenfenster, von Hannas wissender Berührung, von dem verheerenden Bild, das sich in seine Netzhaut gebrannt hatte. Er stieß die Tür zum Gästebad auf und fummelte vergeblich am defekten Türschloss, dennoch war das leise Klicken ein schwaches Versprechen auf Privatsphäre. Er stützte sich mit den Händen auf das kühle Waschbecken, den Kopf hängend, und starrte in den Abfluss.
Der Beweis seiner Demütigung war eine kalte, klebrige Masse in seinen Shorts, eingeklemmt zwischen Haut und Käfig. Der dünne, wässrige Erguss war herausgesickert, ein jämmerliches Zeugnis seiner Erregung. Scham überflutete ihn in einer kranken, heißen Welle. Er war gekommen. Er war gekommen, während er zugesehen hatte, wie seine Verlobte einem anderen Mann einen blies. Nein, keinem anderen Mann, sondern seinem Stiefvater. Die Realität traf ihn wie ein physischer Schlag.
Plötzlich öffnete sich die leise hinter ihm, und sah ihr Gesicht kurz im Spiegel. Er zuckte zusammen, drehte sich aber nicht um. Er konnte ihr nicht ins Gesicht sehen.
Kim schlüpfte hinein und schloss die Tür. Das Schloss rastete wieder ein. Für einen Moment war nur das Geräusch ihres Atems zu hören, seiner keuchend, ihrer ruhig und gleichmäßig. Er sah ihr Spiegelbild. Ihr Gesicht war noch gerötet, die Lippen feucht. Ein blasser, perlmuttfarbener Streifen trocknete auf ihrem Kinn. Sie wirkte befriedigt. Triumphierend. Lebendig auf eine Weise, die er noch nie an ihr gesehen hatte.
Sie trat hinter ihn, berührte ihn aber noch nicht. Ihre Augen im Spiegel trafen die seinen, hielten seinen Blick mit ruhiger Intensität fest.
„Sieh mich an, Leon“, sagte sie, ihre Stimme sanft, aber bestimmt.
Er zwang sich, den Kopf zu heben. Sein eigenes Spiegelbild war ein Geist, blass, mit hohlen Augen, gebrochen.
„Sag mir, was du fühlst“, drängte sie. „Genau jetzt.“
Er öffnete den Mund, doch nur ein ersticktes Geräusch kam heraus. Er schüttelte den Kopf und blickte weg.
Kims Hände legten sich auf seine Hüften. Sie drehte ihn sanft zu sich. Sein Blick fiel zu Boden, auf die Fliesen, überall hin, nur nicht zu ihr.
„Sieh mich an“, wiederholte sie, und ein Hauch von ihrer früheren Dominanz färbte ihren Ton. Es ließ ihn gehorchen. Seine Augen hoben sich zu ihren, weit aufgerissen, voller Konflikt.
„Ich fühle mich…“, begann er, seine Stimme ein trockenes Krächzen. „Ich fühle mich… schmutzig. Beschämt.“ Er schluckte schwer. „Ich habe euch nur angesehen, und ich…“
„Und du bist gekommen“, beendete Kim den Satz für ihn, ihre Stimme sachlich. Ihre Finger strichen über den feuchten, verräterischen Fleck auf der Vorderseite seiner Baumwollshorts, direkt über dem Stahlkäfig. „Du bist in deinem kleinen Käfig gekommen, oder? Während du zugesehen hast, wie Jordan mir mit seinem riesigen Schwanz das Gesicht gefickt hat. Und während deine Mutter dir…“
Leon stöhnte, ein Laut reiner Qual. Er versuchte, sich zurückzuziehen, doch ihre Hände hielten ihn fest.
„Nicht“, flüsterte sie. „Lauf nicht davor weg. Es ist passiert. Und dein Freund möchte am liebsten hart werden, oder?“ Ihre Hand schloss sich um den Käfig, drückte sanft zu. Das gefangene Fleisch darin, das noch vor wenigen Augenblicken weich und erschöpft gewesen war, zuckte verräterisch. Ein tiefer, unwillkürlicher Seufzer entwich seinen Lippen.
„Siehst du?“, flüsterte Kim, ein Lächeln spielte um ihre Lippen. „Dein Körper kennt die Wahrheit. Dein kleines Ding weiß, was es will. Es will eingesperrt sein. Es will zusehen.“ Sie beugte sich vor, ihr Atem warm an seinem Ohr. „Es will zusehen, wie ich von einem echten Mann gefickt werde.“
„Nein“, keuchte Leon, doch es war ein Protest ohne Überzeugung. Seine Hüften schoben sich leicht nach vorne, suchten nach mehr Druck von ihrer Hand.
„Doch“, konterte Kim, ihr Griff wurde fester. „Gib es zu. Sag die Worte. Mir hat es gefallen, dich mit ihm zu beobachten.“
Er schüttelte heftig den Kopf, Tränen der Frustration brannten in seinen Augen. „Ich habe nicht… ich will nicht…“
„Du lügst dich selbst an“, sagte sie, ihr Ton wechselte von überredend zu herausfordernd. Sie ließ den Käfig los und trat einen halben Schritt zurück, verschränkte die Arme. Die Bewegung fühlte sich an wie ein Entzug von Wärme, von Verbindung. „Weißt du was? Gut. Wir können aufhören. Genau hier, genau jetzt. Das Ganze.“
Leons Kopf schnellte hoch. „Was?“
„Ich gehe da raus, sage Hanna und Jordan, dass es vorbei ist. Wir holen den Schlüssel. Du kannst das verdammte Ding abnehmen“, sagte sie und deutete abfällig auf den Käfig. „Wir gehen zurück zu unserem normalen, langweiligen, sicheren kleinen Leben. Wir tun so, als wäre nichts davon je passiert.“ Sie neigte den Kopf, ihr Blick durchbohrte ihn. „Sag einfach das Wort, Leon. Sag ‚Stopp‘. Sag mir, dass du aufhören willst.“
Die Wahl hing in der feuchten Luft zwischen ihnen, scharf und beängstigend. Der Gedanke an den Schlüssel, an die Freiheit von dem ständigen Schmerz und der Demütigung, war verlockend. Doch der Gedanke an dieses sichere, langweilige Leben, das Leben vor ihrem Fuß auf seinen Eiern, vor ihren Fingern in ihm, vor dem zersplitternden voyeuristischen Höhepunkt, als er sich von Hanna fingern lies, das Leben davor fühlte sich jetzt wie ein Gefängnis anderer Art an. Ein Gefängnis der Verleugnung.
Er starrte sie an, sein Mund bewegte sich stumm.
Kim ließ nicht nach. Sie trat wieder näher, ihre Hände glitten hinab, umfassten ihn durch die Shorts, massierten seinen eingeklemmten Schwanz und seine Eier mit einem festen, wissenden Rhythmus. „Ich frage dich ein letztes Mal. Willst du, dass ich aufhöre? Willst du zurück zu dem, wie es war?“
Die Empfindung war zu viel. Die direkte Stimulation, die Erinnerung an ihren Mund an Jordan, das lebendige Bild ihres zerstörten, von Sperma verschmierten Gesichts, alles verschmolz zu einem schwindelerregenden Rausch aus Hitze. Sein Körper verriet ihn völlig. Er spürte, wie er im unnachgiebigen Stahl hart wurde, ein schmerzhafter, verzweifelter Druck, der seine Knie schwach werden ließ.
Er bebte am ganzen Körper. Das Wort war ein Flüstern, herausgerissen aus einem dunklen, wahren Ort in ihm. „Nein.“
Kims Gesicht erstrahlte in einem langsamen, strahlenden, völlig triumphierenden Lächeln. Es war nicht grausam. Es war intim. Wissend. „Braver Junge“, hauchte sie.
Dann schloss sie die Distanz und küsste ihn. Es war kein sanfter Kuss. Er war tief, fordernd und schmutzig. Ihre Zunge in seinem Mund, und er schmeckte es sofort, einen anderen, salzig-süßen, fremden Geschmack. Jordan. Die Überreste des Spermas des anderen Mannes, übertragen von ihren Lippen und ihrer Zunge auf seine. Der Geschmack war schockierend, intensiv, eine direkte Verletzung alles dessen, woran er zu glauben dachte.
Und es ließ seinen eingeklemmten Schwanz wild gegen den kalten Stahl zucken.
Er stöhnte in ihren Mund, seine Hände griffen nach ihren Schultern, nicht, um sie wegzudrängen, sondern um sich festzuhalten. Er ertrank in ihr, in der Wahrheit, in der schrecklichen, aufregenden Erniedrigung. Sie küsste ihn, bis ihm der Atem ausging, bis der Geschmack geteilt war, bis die Grenze zwischen ihnen unwiderruflich verschwamm.
Als sie sich schließlich zurückzog, waren ihre Augen dunkle Versprechen. Sie strich mit dem Daumen über seine Unterlippe, fing eine Spur Feuchtigkeit auf und lächelte. „Jetzt weißt du es“, sagte sie einfach.
Sie drehte sich um und öffnete die Badezimmertür. Sie zögerte, blickte zurück zu ihm, der sich wieder am Waschbecken abstützte, sein Körper vibrierte vor verwirrter Erregung und dem Nachgeschmack eines anderen Mannes.
„Mach dich sauber“, sagte sie, ihr Ton jetzt lässig, fast beiläufig. „Wir müssen uns für das Abendessen fertig machen. Und Leon?“ Sie wartete, bis seine Augen die ihren trafen. „Trag den Käfig mit stolz. Er gefällt mir an dir.“
Sie verließ den Raum, schloss die Tür leise hinter sich.
Leon stand lange da, starrte auf sein ruiniertes Spiegelbild. Langsam, mechanisch, zog er seine verschmutzten Shorts aus und reinigte sich mit einem feuchten Tuch. Das kalte Wasser auf seiner Haut kühlte das Feuer in seinem Bauch nicht. Er blickte hinab auf das stählerne Ding, das im Badezimmerlicht glänzte. Es fühlte sich anders an. Nicht nur wie ein Gefängnis. Wie ein Abzeichen. Ein Zeugnis einer Wahrheit, die er nicht länger leugnen konnte.
Er zog eine frische Shorts an. Der Käfig fand seinen vertrauten, unangenehmen Platz. Der süße Schmerz war sofort da. Er hieß ihn mit einem Seufzer willkommen.
Die späte Nachmittagssonne malte die Terrasse in lange, goldene Schatten. Leon trat nach draußen, der kühle Stein unter seinen nackten Füßen ein scharfer Kontrast zu der Glut in seiner Brust. Er hatte zwanzig Minuten oder mehr im Badezimmer verbracht und versucht, irgendwie seine Fassung wiederzuerlangen, doch der Stahlkäfig war eine ständige, schwere Erinnerung. Er fühlte sich inzwischen wie ein Teil von ihm an, eine Wahrheit, die er trug.
Zuerst sah er Jordan, der am großen Ziegelgrill stand, den Rücken zum Haus gewandt. Der Mann ordnete die Holzkohle mit ruhiger, konzentrierter Effizienz. Doch es war die Gestalt neben ihm, die Leon den Atem stocken ließ.
Kim stand nah bei ihm. So nah. Ihre Hüfte drückte sich gegen Jordans Oberschenkel. Sie lehnte sich an ihn, den Kopf geneigt, während sie etwas anhörte, das er sagte. Und Jordans Hand, seine große, dunkle Hand, lag besitzergreifend auf der Kurve ihres Hinterns und dem knappen Bikini. Nicht nur abgelegt. Er beanspruchte sie. Seine Finger waren weit gespreizt, sein Daumen grub sich in das weiche Fleisch knapp unter ihrem Bund, drückte und knetete in einem langsamen, intimen Rhythmus, der den Stoff straff über ihren Po spannte.
Leon schluckte, sein Hals knackte trocken. Er zögerte im Türrahmen, ein Eindringling im eigenen Leben.
Jordans Kopf war gesenkt, seine Lippen nah an Kims Ohr. Er flüsterte, seine Augen hoben sich und fixierten Leon direkt. Ein blasses, amüsiertes Grinsen spielte um seine Lippen, während er Geheimnisse in Kims Haar flüsterte. Kims Schultern bebten vor lautlosem Lachen, ein reicher, echter Klang, den Leon seit Tagen nicht mehr gehört hatte. Es war ein Lachen der Komplizenschaft, der geteilten Belustigung.
Dann bewegte sich Jordans Hand. Sie glitt tiefer, umfing die volle Rundung ihres Pos. Er gab ihr einen festen, vertrauten Druck, gefolgt von einem scharfen, stechenden Klaps, der in der stillen Abendluft widerhallte. Der Klang war wie ein Ausrufezeichen.
Kim keuchte, doch es war kein Protest. Ihr Körper zuckte nach vorne, drückte sich in seine Berührung. Sie warf den Kopf zurück, lachte jetzt lauter, und ihr Blick streifte über Jordans Schulter. Sie sah Leon regungslos im Türrahmen stehen.
Ihre Augen trafen sich. Und sie grinste. Es war nicht das süße, schüchterne Lächeln seiner Verlobten. Es war ein breites, freches, völlig bewusstes Grinsen. Ihre Wangen waren gerötet, ihre Lippen leicht geöffnet. Sie hielt seinen Blick drei Herzschläge lang fest, ließ ihn ihr Vergnügen, ihren Trotz, ihre reine Freude an Jordans rauer Vertrautheit sehen. Dann, ohne ein Wort, drehte sie sich um und streifte Leon beim Vorbeigehen mit der Schulter, als sie zur Küchentür ging. Der Duft ihres Parfüms hing in der Luft hinter ihr.
Leon stand da wie angewurzelt, das Echo ihrer Berührung auf seinem hinterließ eine wohlige Wärme.
„Leon.“ Jordans Stimme war ein ruhiger, tiefer Anker in dem wirbelnden Chaos seiner Gedanken. Der Mann hatte sich umgedreht, lehnte lässig am Grill und wischte sich die Hände an einem Handtuch ab. Er wirkte völlig entspannt, als hätte er gerade über das Wetter gesprochen und nicht Kims Hinter betatscht. „Komm, gib mir eine Hand. Das Grill macht sich nicht von allein.“
Die Selbstverständlichkeit der Bitte war eine eigene Art von Wahnsinn. Leons Füße trugen ihn auf tauben Beinen nach vorne. Er blieb ein paar Schritte von Jordan entfernt stehen, der Raum zwischen ihnen fühlte sich geladen und gefährlich an.
Jordan reichte ihm eine fettige Drahtbürste und ein feuchtes Tuch. „Schrubb den Rost für mich. Damit die alten Rückstände verschwinden.“ Sein Ton war belehrend, fast väterlich. „Das ist eine gute Arbeit für ruhige Hände.“
Leon nahm die Werkzeuge, seine Finger waren unbeholfen. Er konzentrierte sich auf das geschwärzte Metall, schrubbte mit einer Wut, die keinen anderen Ausweg fand. Die groben Borsten kratzten und quietschten.
Für eine Minute war nur das Geräusch seines hektischen Schrubbens und das ferne Kreischen einer Möwe zu hören. Dann sprach Jordan wieder, seine Stimme tief und gesprächig, als wären sie zwei Freunde, die ein Bier teilten.
„Weißt du“, begann Jordan und beobachtete Leons ruckartige Bewegungen, „es gibt keine Schande in dem, was du fühlst. Gar keine.“
Leons Hand erstarrte. Er blickte nicht auf.
„Kim hat es mir erzählt“, fuhr Jordan fort, die Worte fielen wie Steine in einen ruhigen Teich. „Von deinem kleinen… Vorfall in der Küche.“ Er ließ die Andeutung hängen. „Sie hat mir erzählt, wie hart du geworden bist. Wie du in deinem Käfig gekommen bist, nur vom Zusehen.“
Eine heiße Welle der Demütigung überrollte Leon. Seine Knöchel wurden weiß um den Bürstengriff.
„Es ist in Ordnung, Leon“, sagte Jordan, und seine Stimme war überraschend sanft. „Es ist einfach deine Natur. Ein Mann kann nicht gegen seine wahre Natur kämpfen. Es ist, als würde man versuchen, die Flut aufzuhalten.“ Er trat einen Schritt näher. Leon konnte ihn riechen, Holzkohle, sein Deo, ein Duft reiner, unverschämter Männlichkeit. „Je früher du dich damit abfindest, desto glücklicher wirst du sein. Und Kim auch. Sie braucht… eine bestimmte Art von Freiheit. Und du musst sie ihr lassen. Du musst zusehen, wie sie sie genießt. Es gibt eine Schönheit darin, wenn du es zulässt.“
Leons Gedanken wirbelten. Die Worte waren ein verführerisches Gift, das Logik um seine tiefste, dunkelste Scham webte. Er wollte sie zurückweisen, schreien. Doch ein verräterischer Teil von ihm hörte zu. Er stimmte zu.
Ein weiches, weibliches Lachen schwebte aus dem Küchenfenster. Leons Blick zuckte automatisch dorthin.
Durch das Glas sah er sie. Kim und Hanna. Sie standen an der zentralen Arbeitsplatte, umgeben von Schüsseln mit Gemüse und Tabletts mit Fleisch. Hanna demonstrierte etwas mit einem Messer, ihre Bewegungen waren elegant. Kim beobachtete, nickte. Sie standen nah beieinander, ihre Köpfe fast berührten sich, als sie sprachen. Hanna sagte etwas, ihre Augen funkelten, und Kim lachte wieder, streckte die Hand aus, um Hannas Handgelenk in einer Geste zu berühren, die vertraut und verschwörerisch wirkte. Sie bereiteten nicht nur das Abendessen vor. Sie teilten Geheimnisse. Planten. Ihre Körpersprache sprach von einem tiefen, beunruhigenden Bündnis.
„Die beiden sind ganz schön ein Team, oder?“, murmelte Jordan und folgte Leons Blick. Seine Stimme war voller Zuneigung und Stolz. „Deine Mutter… sie hat ein Gespür dafür, was die Menschen wirklich wollen. Was Frauen wollen… Selbst bevor sie es selbst wissen.“
Leon spürte eine Kälte, die nichts mit der Abendluft zu tun hatte.
Eine schwere Hand landete auf seiner Schulter. Jordan gab ihm einen festen, beruhigenden Druck. Die Berührung war elektrisch, dominierend und seltsam tröstlich zugleich. „Hör auf, gegen dich selbst zu kämpfen, Junge“, sagte Jordan, sein Ton war endgültig. „Der Krieg ist vorbei. Du hast verloren. Und glaub mir…“ Er beugte sich vor, sein Atem war warm an Leons Ohr. Seine Stimme sank zu einem rauen, vielversprechenden Flüstern. „Du wirst es lieben, auf der Gewinnerseite zu sein.“
Er zog sich zurück, klopfte Leon noch einmal auf die Schulter, bevor er sich wieder dem Grill zuwandte. „Jetzt lass uns das Feuer in Gang bringen. Wir haben eine große Nacht vor uns.“ Er lachte leise, ein tiefer, reicher Klang, der in der stillen Luft vibrierte. „Größer, als du es dir vorstellen kannst.“
Das metallische Kreischen der Drahtbürste auf dem Grillrost war das einzige Geräusch in Leons Kopf. Er schrubbte mit hektischer, gedankenloser Energie, versuchte, das Bild von Jordans Hand auf Kims Po, den Klang des Klapses, das freche Licht in ihren Augen wegzuschrubben. Seine Knöchel schmerzten. Der Käfig war eine kalte, harte Faust um seinen Schritt, eine ständige Präsenz.
Er beendete seine Arbeit, warf Bürste und Tuch klappernd auf den Tisch neben dem Grill und ging ins Haus, ohne sich nach Jordan umzudrehen. Der kühle, geflieste Boden der Küche war ein Schock. Er brauchte eine Aufgabe. Eine Ablenkung. Etwas, um das wirbelnde Karussell aus Scham und Hitze in seinem Kopf zu stoppen.
Er blieb abrupt stehen.
Kim saß auf der Kante der breiten Marmorkücheninsel, ihre langen Beine baumelten. Das winzige, elektrisch-blaue Bikinioberteil war alles, was sie trug, die dreieckigen Stoffstücke taten einen spektakulär schlechten Job, sie zu bedecken. Die Sonne von der Terrassentür hinterleuchtete sie, machte das spärliche Material an manchen Stellen durchscheinend. Er konnte die dunklen Schatten ihrer Brustwarzen sehen, die harten Spitzen ihrer Nippel, die sich trotzig gegen den dünnen Stoff drängten. Ihr Haar war ein zerzaustes, sonnengebleichtes Durcheinander. Und sie lächelte ihn an, ein süßes, fast unschuldiges, wissendes Lächeln.
„Hey“, sagte sie sanft. „Alles okay? Du siehst verloren aus.“
Neben ihr lehnte Hanna am Tresen, ein Glas Weißwein in der Hand. Ihr leichtes Sommerkleid war makellos, doch ihr Ausdruck war alles andere als das. Sie beobachtete ihren Sohn mit der ruhigen, amüsierten Aufmerksamkeit einer Wissenschaftlerin, die ein faszinierendes Exemplar studiert.
Leons Mund war trocken. „Ich… räume nur auf“, murmelte er, sein Blick huschte von Kims Brust zu ihrem Gesicht und dann zum Boden. Er fand keine Ruhe.
„Er war schon immer ein neugieriger Junge“, sagte Hanna, ihre Stimme ein melodisches Neckern. Sie nahm einen langsamen Schluck Wein. „Manchmal zu neugierig für sein eigenes Wohl.“
Leons Blick, der immer noch nach einem Halt suchte, blieb an ihren Händen hängen. Kims Finger, die auf dem kühlen Marmor neben ihrem Oberschenkel ruhten. Hannas, die sich um den Stiel ihres Glases krallten. Beide Sätze Nägel waren in demselben tiefen, glänzenden Rot lackiert. Ein perfektes Match. Sein Blick wanderte nach unten. Ihre nackten Füße, gebräunt und schlank. Auch die Zehennägel waren identisch kirschrot.
Warum denke ich jetzt daran? Der Gedanke war absurd, aufdringlich. Er schüttelte ihn ab, ein physisches Zittern lief durch seine Schultern.
„Ich wollte nur… sehen, was ihr macht“, hörte Leon sich sagen, die Worte klangen hohl. „Ich habe euch lachen gehört. Durchs Fenster gesehen.“
Hanna rollte mit den Augen, eine Geste, die sowohl zärtlich als auch abweisend war. „Immer am Beobachten, nicht wahr? Aber gut. Wenn du es unbedingt wissen musst.“ Sie stellte ihr Glas mit einem bewussten Klick ab. „Wir haben über Lissa gesprochen.“
Der Name traf Leon wie ein physischer Schlag. Sein Kopf schnellte hoch. „Was?“
„Deine Ex“, präzisierte Hanna, als könnte er sie vergessen haben. „Sie war hier. Auf der Insel. Nicht mal einen Monat her.“
Leon blieb die Luft weg. Er starrte seine Mutter an, sein Verstand weigerte sich, die Worte zu verarbeiten. „Das… das ist unmöglich. Wir haben uns getrennt. Sie…“
„Ihr habt euch getrennt“, korrigierte Hanna sanft, ihr Lächeln wurde breiter. „Wir nicht. Nur weil ihr beiden nicht mehr vögelt, heißt das nicht, dass Jordan und ich unseren Spaß mit ihr nicht haben können.“ Sie lachte, ein helles, melodisches Geräusch, das Leon das Blut in den Adern gefrieren ließ. „Und das haben wir. Tun wir. Sie liebt es hier.“
Die Küche schien sich zu neigen. Leon griff nach der Tresenkante, um sich abzustützen. Die Bilder überfielen ihn: Lissa, in diesem Haus. Lissa, an diesem Pool. Lissa, mit Jordan. Lissa, mit seiner Mutter. Ein übelkeitserregendes Kaleidoskop aus Verrat und Perversion drehte sich hinter seinen Augen. Sein gefangener Schwanz zuckte gewaltsam gegen den Stahl, ein heißer Puls schändlicher Erregung, der ihn kotzen lassen wollte.
Er war sprachlos. Gelähmt.
Kims Stimme durchdrang das Rauschen in seinem Kopf. Sie biss sich auf die Unterlippe, ihre Augen weit aufgerissen in einer vorgetäuschten, frechen Unschuld. „Deine Mom hat mir ein paar Videos gezeigt, Leon. Auf ihrem Handy. Von Lissa mit Jordan.“ Sie machte eine Pause, ließ den Horror sacken. „Und weißt du… vielleicht haben sie recht mit diesem Spruch. ‚Once you go black…‘“
Hannas Lachen erklang erneut, diesmal voller. „Oh, da steckt so viel Wahrheit drin, Schatz. Aber es braucht einen besonderen Mann, um das zu verstehen. Um es zu schätzen.“ Ihr Blick ruhte auf Leon, schwer mit Bedeutung. „Nur ein braver Junge, der seinen Platz kennt, kann so etwas ertragen.“
Leon spürte, wie sich die Welt auf einen winzigen Punkt verengte. Die Worte seiner Mutter, Kims neckisches Lächeln, der Phantomgeschmack von Jordan auf seiner Zunge von ihrem Kuss, alles verschmolz zu einem einzigen, unerträglichen Druck in seinem Schädel und seinem Schritt.
Dann bewegte sich Kim.
Sie streckte ihr Bein von ihrem Platz auf dem Tresen aus. Sie spitzte ihre rot lackierten Zehen. Langsam, absichtlich, ließ sie ihren Fuß durch die Luft gleiten. Er fand Leons Oberschenkel, dann strich er über die Vorderseite seiner weichen Baumwollshorts.
Die Berührung war elektrisch. Ihre warme, glatte Fußsohle drückte gegen ihn, direkt über dem kalten Stahl des Käfigs und dem schmerzenden Fleisch darin. Sie zog ihren Fuß nach unten, ihre Zehen krümmten sich, um die Konturen des Käfigs nachzuzeichnen, seine Form, seine starren Grenzen zu erkunden.
Leon keuchte. Ein Schock reiner, unverdünnter Empfindung durchfuhr ihn. Er war erstarrt, von ihrem Fuß und ihrem Blick festgehalten.
Kim neigte den Kopf, ihr süßes Lächeln war jetzt von einer dunklen, aufregenden Herausforderung geprägt. „Also, Leon“, schnurrte sie, ihre Zehen übten einen sanften, aber beharrlichen Druck aus. „Glaubst du, du bist ein braver Junge?“
Sie spannte ihren Fuß an, rieb fester an ihm. Der Käfig grub sich in sein Fleisch, ein köstlicher, demütigender Kontrast zu ihrer Berührung.
„Glaubst du“, fuhr sie fort, ihre Stimme sank zu einem verschwörerischen Flüstern, „du könntest glücklich sein? Könntest du… kommen… wenn du zuschauen würdest, wie deine Verlobte selbst herausfindet, ob es wirklich stimmt?“
Ihr Fuß blieb regungslos, hielt ihn gefangen. Die Frage hing in der Luft, explizit, vernichtend, und für den Teil von ihm, der in seinem Gefängnis zitterte, unwiderstehlich aufregend. Er konnte nicht sprechen. Er konnte nur in ihre Augen starren, sein Schicksal balancierte auf dem Spann ihres Fußes.
< Fortsetzung folgt…>








