Als ich noch an der Uni in Köln war, hatte ich eine Beziehung mit Lena. Eine dieser typisch deutschen Studentinnen mit diesem bestimmten Mix aus scharfem Verstand und noch schärferem Blick. Sie studierte Psychologie, trug meistens diese engen Jeans, die ihre Kurven betonten, und hatte dieses leicht sarkastische Grinsen, das mich von Anfang an angezogen hatte. Drei Jahre lang waren wir zusammen, und während andere Paare in unserer Clique sich in dramatischen Trennungen verlieren oder in kitschiger Romantik ertranken, hingen wir irgendwo dazwischen fest: nicht unglücklich, aber auch nicht glücklich genug, um die kleinen Risse zu ignorieren.
Unser Sexleben? Funktional. Nicht schlecht, aber auch nicht der Grund, warum ich abends schneller nach Hause rannte. Lena war nicht die Art von Freundin, die einem die Tür aufriss, sobald man den Schlüssel im Schloss drehte. Nein, bei ihr musste man schon ein bisschen mehr Aufwand betreiben, und ich meine nicht nur das übliche „Blumen mitbringen“ oder „Komplimente machen“. Sie brauchte Spannung. Etwas, das sie aus der Routine riss. Etwas, das sie zum Stöhnen brachte, ohne dass sie es vorher im Kalender eintrug.
Eines Abends, nach einem besonders langweiligen Film, bei dem wir beide mehr auf unsere Handys starrten als auf den Fernseher, sagte ich es einfach: „Wir sollten mehr vögeln. Oder wenigstens was Neues ausprobieren.“ Sie hob eine Augenbraue, dieses typische „Ach, wirklich?“ in ihrem Blick. „Was schwebt dir denn so vor?“ Ich zuckte mit den Schultern, versuchte, es locker klingen zu lassen. „Keine Ahnung. Ein Dreier vielleicht?“ Ihr Lächeln wurde breiter, fast hinterhältig. „Nur, wenn der Dritte ein anderer Typ ist.“ Ich lachte erst, dachte, sie würde mich aufziehen. Aber dann blieb dieser Satz hängen. Wie ein Kaugummi unter dem Schuh. Unangenehm, aber irgendwie nicht loszukriegen.
Und dann war da Tim.
Der Typ war der klassische „Jeder mag mich“-Student, groß, breite Schultern, dieses selbstbewusste Grinsen, das Mädchen normalerweise dazu brachte, ihre Getränke „zufällig“ in seiner Nähe zu verschütten. Er studierte BWL, trug immer diese verdammt teuer aussehenden Uhren und hatte diese Art, Lena anzusehen, als wäre sie das letzte Stück Kuchen auf dem Buffet. Und sie? Sie blühte auf, wenn er in der Nähe war. Nicht auf eine offensichtliche „Ich will ihn jetzt“ Weise, sondern mit diesen kleinen Gesten: Sie strich sich öfter die Haare hinters Ohr, wenn er redete. Sie lachte lauter über seine Witze. Sie berührte „zufällig“ seinen Arm, wenn sie an ihm vorbeiging.
Ich beobachtete das eine Weile, bis es mir eines Abends in der Bar zu viel wurde. „Findest du nicht, dass Tim dich manchmal etwas zu intensiv ansieht?“ Lena nippte an ihrem Aperol Spritz, zuckte mit den Schultern. „Ach, der ist einfach so. Der flirtet mit allem, was zwei Beine hat.“ Aber ich kannte diesen Blick. Den hatte sie nur, wenn sie log. Oder wenn sie sich selbst etwas einredete. Es war nicht nur Flirten. Es war dieses unterschwellige „Was-wäre-wenn“, das zwischen ihnen hing wie der Rauch über unseren Köpfen.
Eines Tages, als wir beide etwas betrunken auf dem Sofa saßen und uns über die üblichen Beziehungsthemen stritten („Du hörst mir nie zu!“, „Du redest auch ständig nur über deine Kommilitoninnen!“), warf ich es einfach raus. „Wenn du Tim so heiß findest, warum lässt du ihn nicht einfach unseren Dreier vervollständigen?“ Ich erwartete, dass sie lacht. Dass sie mir eine runterhaut. Dass sie sagt: „Bist du bescheuert?“ Stattdessen drehte sie sich langsam zu mir um, dieses gefährliche Funkeln in den Augen. „Würde es dich wirklich nicht stören, wenn du zuschauen würdest, wie er mich fickt?“ Ich spürte, wie sich etwas in mir zusammenzog, nicht Eifersucht, nicht Wut. Erregung. Die Vorstellung, wie ihre Hände über seinen Körper glitten, wie sie ihn anschaute, während ich daneben stand, machte mich hart. „Vielleicht…“ murmelte ich. „Vielleicht wäre das sogar heiß.“
Und damit war der Stein ins Rollen gebracht.
Ein paar Wochen später waren wir auf einer Studenten-Party von irgendeinem Typen, der irgendwas, im Haus seiner Eltern, zu feiern hatte. Und die Party war genau das, was man von so einer Party erwarten würde: viele Leute, hitzig, überall gab es Alkohol und so laut, dass man sein eigenes Denken kaum noch hörte. Die Luft roch nach Bier, Gras und angekohltem Fleisch vom Grill auf der Terrasse. Irgendwo in der Küche knallte eine Flasche Sekt, während im Wohnzimmer jemand verzweifelt versuchte, „Atemlos“ von Helene Fischer gegen den Bass einer Techno-Playlist anzuspielen. Die Wände vibrierten. Die Stimmung war genau auf diesem perfekten Punkt zwischen „Alles ist möglich“ und „Morgen bereue ich das“.
Lena hatte sich schon früh in eine Ecke mit ein paar Kommilitoninnen verzogen, lachend, mit diesem bestimmten Glanz in den Augen, den sie immer hatte, wenn sie ein paar Drinks intus hatte. Ich beobachtete sie eine Weile, wie sie mit den Lippen an ihrem Glas nippte, wie ihr Blick immer wieder durch den Raum schweifte, bis er an Tim hängen blieb. Der stand an der Theke, ein Bier in der Hand, und unterhielt sich mit irgendwelchen Jungs aus dem BWL-Studium. Aber seine Augen? Die waren auf sie fixiert. Nicht aufdringlich. Nicht offensichtlich. Sondern mit dieser leisen Intensität, als würde er sich schon seit Stunden vorstellen, wie es wäre, sie gegen die nächste Wand zu drücken.
Nach zwei Stunden und gefühlt ebenso vielen Shots, die ich mir reingekippt hatte, um meinen Mut zu stärken, verlor ich Lena aus den Augen. Ich drängte mich durch die Menge, bis ich Tim in der Küche fand, wo er gerade dabei war, sich ein neues Bier aufzumachen. Ich packte ihn am Arm, zog ihn in den Flur, wo es wenigstens ein bisschen leiser war. „Hey.“ Meine Stimme klang rauer, als ich wollte. „Findest du sie heiß?“ Er hob eine Augenbraue, dieses typische „Was-ist-das-jetzt-für-eine-Frage“-Gesicht. Aber dann sah er mich an, und verstand. Ein langsames Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Klar. Wer nicht?“ Ich atmete tief durch. „Ich glaub, sie steht auf dich. Ich hab ihr gesagt…“ Ich zögerte. „…dass ich ihr grünes Licht gebe. Wenn du Bock auf ein Dreier hast.“
Seine Reaktion war perfekt. Erst starrte er mich an, als hätte ich ihm gerade gesagt, ich würde ihm meinen letzten Döner abtreten. Dann brach er in dieses tiefe, kehlige Lachen aus, das irgendwie schmutzig klang. „Boah, Alter. Ernst jetzt?“ Ich nickte. „Auf jeden Fall.“ Er rieb sich über das Kinn, überlegte kurz, aber ich sah es in seinen Augen: Er war schon dabei. „Fuck yeah, ich bin dabei. Aber…“ Er beugte sich näher zu mir, senkte die Stimme. „…du bist dir sicher, dass du das wirklich willst? Ich mein…“ Er deutete mit dem Kopf in Richtung Treppe. „…wenn ich die erstmal oben hab, hör ich nicht auf, bis sie kommt.“
Ich spürte, wie sich etwas in mir zusammenzog. Nicht Eifersucht. Vorfreude. „Genau das ist der Plan.“ Ich gab ihm einen Stoß auf die Schulter. „Such sie. Flirt mit ihr. Küss sie, wenn sie es zulässt.“ Ich senkte die Stimme noch weiter. „Und wenn sie sich küssen lässt… dann darfst du sie auch ficken.“ Sein Grinsen wurde breiter, fast räuberisch. „Geht klar!“ Ohne ein weiteres Wort verschwand er in der Menge.
Die nächsten zwanzig Minuten waren eine Qual. Ich spielte eine Runde Bier Pong, verlor absichtlich, nur um mich abzulenken. Aber mein Blick wanderte ständig zur Treppe. Wo waren sie? Irgendwann konnte ich nicht mehr warten. Ich drängte mich durch die Menge, vorbei an paaren, die sich in Ecken knutschten, an Typen, die sich über die neuesten Bundesligaergebnisse stritten, bis ich sie endlich fand.
Da saßen sie. Auf einem Ledersofa im Flur, das irgendwie skurril deplatziert wirkte. Tim hatte seinen Arm um Lena gelegt, seine Finger spielten mit einer Strähne ihres Haares. Sie lehnte sich an ihn, ihr Kopf auf seiner Schulter, und lächelte. Nicht dieses höfliche „Ich bin betrunken und freundlich“-Lächeln. Sondern dieses warme, offene Lächeln, das sie mir seit Monaten nicht mehr geschenkt hatte. Als sie mich bemerkte, hob sie eine Augenbraue. „Na, endlich.“ Ihre Stimme war rau, ein bisschen atemlos. „Sollen wir nach oben gehen?“ Keine Frage. Kein Zögern. Nur diese Aufforderung, die in der Luft hing wie der Rauch über unseren Köpfen.
Ich nickte. Mehr brachte ich nicht heraus.
Sie stand auf, nahm seine Hand, und ich folgte ihnen wie in Trance. Die Treppe knarrte unter unseren Schritten. Irgendwo oben quietschte ein Bett. Jemand stöhnte. Die Tür zum ersten Zimmer, das wir fanden, knallte hinter uns zu. Tim drehte den Schlüssel um. Dann machte er das Licht aus.
Nur das blasse, kühle Mondlicht, das durch das Fenster fiel, erhellte den Raum. Es warf Schatten auf die Wände, ließ Lenas Silhouette weich und einladend wirken, während sie sich langsam zu Tim umdrehte. Ich lehnte mich gegen die Tür, die Arme verschränkt, und beobachtete, wie er sie an sich zog. Sein Mund fand ihren, nicht fordernd, sondern forschend. Als würde er testen, wie weit er gehen durfte. Lena stöhnte leise in seinen Mund, ihre Hände gruben sich in sein Hemd. Ich spürte, wie sich mein Schwanz in der Jeans regte. Fuck. Das hier war wirklich.
Dann kniete sie sich vor ihn. Ihre Finger arbeiteten an seinem Gürtel, während sie mich über die Schulter hinweg ansah, dieses herausfordernde Funkeln in ihren Augen. „Du willst das doch, oder?“ Ich konnte nicht antworten. Ich konnte nur zusehen, wie sie seinen Schwanz befreite, wie ihre Lippen sich um die Spitze schlossen, wie ihre Zunge langsam über die Adern glitt. Mein Gott. Ich hatte sie noch nie so gesehen. So hungrig. Gleichzeitig umschloss ihre Hand meinen Schwanz, wichste mich langsam, während sie ihn tiefer nahm, ihr Kopf bewegte sich in diesem perfekten Rhythmus, der mich innerhalb von Sekunden an den Rand brachte.
Und dann kam ich. Ein stummer, heißer Schauer, der mich durchzuckte, während ich versuchte, nicht zu laut zu stöhnen. Lena zog sich zurück, ihr Mund glänzte. „Warte…“ Sie sah mich an, zwischen Belustigung und Unglauben. „Jetzt schon?“ Ich keuchte, versuchte, mich zu rechtfertigen. „Scheiße… gib mir zehn Minuten. Ich bin gleich wieder bereit.“ Ich deutete auf die beiden. „Macht einfach weiter. Ich… ich schaue so lange zu.“
Tim lachte tief, während er Lena am Arm hochzog. „Hörst du das, Süße? Dein Freund will zusehen.“ Sie kicherte, aber ihre Augen die waren dunkel, fast gierig. „Dann lass ihn halt zusehen.“ Und mit diesen Worten drückte sie ihn gegen die Wand, ihre Hände fuhren unter sein Shirt, während ich mich auf einen der Sessel im Raum fallen ließ.
Ich saß einfach da, die Hände zwischen den Knien verkrampft, und beobachtete, wie die beiden sich in einem animalischen Rhythmus verloren, nicht mehr Lena und Tim, nicht mehr meine Freundin und mein Kumpel, sondern zwei Körper, die sich gegenseitig besitzen wollten. Jedes Mal, wenn Tim in sie stieß, quietschte das Bett unter ihnen, ein unerbittliches, feuchtes Klatschen, das sich mit Lenas Stöhnen vermischte. Sie krallte ihre Finger in seine Schultern, ihre Nägel hinterließen rote Streifen auf seiner Haut, als er sie gegen die Wand drückte. Ihre Beine umschlangen seine Hüften, hilflos baumelnd, während er sie mit diesen harten, kontrollierten Stößen nahm, die sie bei jedem Mal ein Stückchen höher gegen die Wand pressten.
Ich spürte, wie mein Schwanz langsam wieder hart wurde, aber ich rührte mich nicht. Ich wollte nicht eingreifen. Nicht jetzt. Nicht, wenn die beiden endlich das taten, worauf sie, wie ich inzwischen wusste, monatelang gewartet hatten. Lena hatte mir mal im betrunkenen Vertrauen gestanden, wie sehr sie sich nach etwas Verbotenem sehnte, nach jemandem, der sie nicht wie Porzellan behandelte. Und Tim? Der war alles andere als sanft. Seine Hände packten ihre Hüften mit dieser besitzergreifenden Grobheit, die sie zum Winseln brachte. „Ja, genau so… fuck, Ja… härter…“ flüsterte sie, als er sie umdrehte, ihr den Rücken durchbog und sie von hinten nahm. Ich sah, wie seine Finger sich in ihr Fleisch gruben, wie ihr Arsch bei jedem Stoß zitterte, wie ihre Stimme zu diesem hohen, verzweifelten Kreischen wurde, das ich noch nie von ihr gehört hatte. Wie sich ihre Augen rollten und sie zitternd kam, wie sie bei mir noch nie kam.
Dann kam der Moment, in dem er sie auf die Knie zog. Sein Schwanz glänzte im Mondlicht, feucht von ihr, während er sich vor sie kniete und begann, sich zu wichsen. „Mach den Mund auf, Bitch!“ befahl er ihr mit dieser rauen, dominanten Stimme, die keinen Widerspruch duldete. Lena gehorchte sofort, ihre Zunge streckte sich heraus, wartend, flehend. Ich öffnete den Mund, um etwas zu sagen. „Hey, sie hat noch nie geschluckt…“, aber die Worte verhallten ungehört. Tims Augen waren auf sie fixiert, nicht auf mich. Seine Hand bewegte sich schneller, sein Atem ging stoßweise. „Gleich…“ keuchte er. Lena schloss die Augen, als würde sie sich auf etwas vorbereiten, das sie fürchtete und gleichzeitig herbeisehnte.
Dann kam er. Ein tiefes Stöhnen, das aus seiner Kehle brach, während sein Körper sich anspannte. Lena blieb regungslos, ihre Lippen um seinen Schwanz geschlossen, während er ihr Schub für Schub in den Mund spritzte. Ich zählte im Stillen, fünf Sekunden, zehn, zwölf, bis sie endlich schluckte, ihre Kehle sich bewegte, als würde sie etwas Kostbares hinunterwürgen. Ein letzter Tropfen glitt über ihr Kinn, und Tim wischte ihn mit dem Daumen weg, bevor er ihn ihr in den Mund schob. „Alles schlucken, Baby.“ Seine Stimme war ein heiseres Flüstern, das mich noch härter werden ließ.
Danach war alles seltsam normal. Wir zogen uns schweigend an, während das Geräusch der Party von unten zu uns hochdrang: Lachen, Musik, das Klirren von Flaschen. Lena strich sich die Haare glatt, warf mir einen Blick zu, der irgendwo zwischen „Was zum Teufel war das gerade?“ und „Das war verdammt heiß“ schwankte. „Also…“ Tim zögerte, während er sich sein Hemd zuknöpfte. „…war das ein einmaliges Ding, oder… ?“
Lena lachte, dieses leicht hysterische Lachen, das sie immer hatte, wenn sie nervös war. „Keine Ahnung. Aber ich glaub, ich brauch erstmal einen Drink.“ Und damit öffnete sie die Tür, als wäre nichts passiert.
Unten angekommen, mischten wir uns wieder unter die Menge. Irgendjemand drückte mir ein neues Bier in die Hand. Lena und Tim standen ein paar Meter entfernt, flüsterten sich etwas zu, lachten. Ich beobachtete, wie seine Hand zufällig ihre Hüfte streifte, wie sie sich nicht wegbewegte. Wie sie ihm stattdessen näher kam.
Und ich? Ich trank meinen Drink, spürte das Brennen der Eifersucht, der Erregung, der Demütigung in mir und genoss jede verdammte Sekunde davon. Denn eines war klar: Das hier war erst der Anfang.








