Es war ein kalter Novemberabend in unserer kleinen Wohnung in Köln-Ehrenfeld, als Lena – meine Freundin, damals 19 und im dritten Semester Medienwirtschaft – plötzlich ihren Laptop zuklappte und mich mit diesem funkelnden Blick ansah, den ich nur zu gut kannte: „Schatz, ich hab da eine Idee. Eine richtig gute.“ Sie schob mir ihr Handy rüber, auf dem gerade ein Video von einer dieser typischen Lifestyle-Influencerinnen lief, die in einem 5-Sterne-Hotel in Dubai rumturnte, während sie „zufällig“ eine teure Handtasche in die Kamera hielt. „Die kriegen alles umsonst – Essen, Reisen, Klamotten. Und die machen nichts anderes, als ein bisschen rumzuposen und ein paar Fotos zu schießen. Das kann ich auch.“
Lena hatte schon immer ein Gespür für Trends. Neben ihrem Studium jobbte sie in einer kleinen Digitalagentur in der Südstadt, wo sie Social-Media-Kampagnen für lokale Start-ups managed. Sie wusste, wie Algorithmen funktionierten, welche Hashtags gerade „in“ waren und wie man mit ein paar gezielten Posts eine Community aufbaute. Aber das hier? Das war etwas anderes. Das war die Chance, selbst zur Marke zu werden – und zwar nicht als graue Maus, sondern als die Lena, die mit ihrem Lächeln, ihrem Stil und ihrer lockeren Art Leute begeisterte.
Ich muss zugeben, ich war sofort Feuer und Flamme. Nicht nur, weil ich ihre Begeisterung ansteckend fand, sondern auch, weil ich selbst schon öfter gedacht hatte: „Warum nicht?“ Wir waren beide nicht die Typen, die sich mit einem 9-to-5-Job zufriedengaben. Lena studierte zwar, aber ihr Traum war es, irgendwann frei zu sein – frei von starren Arbeitszeiten, von Chefs, die ihr sagten, was sie zu tun hatte. Und ich? Ich arbeitete als Kfz-Mechatroniker in einer Werkstatt in Porz, aber mein Herz hing nicht an Ölflecken und Schraubenschlüsseln. Wenn sie es schaffte, mit Instagram und TikTok Geld zu verdienen, warum sollten wir dann nicht beide davon profitieren?
Also startete sie ihr Projekt: @LenaLovesLife. Der Name war absichtlich simpel, einprägsam, mit einem Hauch von Internationalität – auch wenn ihr Content erstmal rein kölnisch geprägt war. Ihre ersten Posts? Fotos von unseren Wochenendtrips in die Eifel, von unseren Lieblingscafés in Belgischem Viertel (wo sie immer den veganen Matcha-Latte bestellte, nur weil der so hübsch aussah), und ein paar Outfit-Checks mit Klamotten, die sie bei Vinted ergattert hatte. Ihre Follower-Zahl kletterte langsam, aber sicher – von 300 auf 800, dann auf 1.200. Die meisten waren Freundinnen, Kommilitoninnen oder ein paar Jungs aus unserem Freundeskreis, die ihr „aus Solidarität“ folgten.
Doch dann kam der Moment, in dem wir beide realisierten: So wird das nichts.
Es war ein Freitagabend, und wir saßen auf unserer abgewetzten Couch, scrollten durch TikTok und landeten bei einer dieser typischen „Fitness-Girls“, die in einem engen Sport-BH und Leggings, die mehr zeigten als verbargen, vor der Kamera rumhampelten. „Boah, die hat 500K Follower – und postet im Grunde nur ihren Arsch“, brummte ich, während Lena die Lippen zusammenkniff. „Genau das ist das Problem. Die Leute wollen kein nice Café in Köln. Die wollen Titten, Arsch und diesen Fuckboy-Lifestyle.“ Sie klang nicht verärgert, sondern eher nachdenklich.
Lena war alles andere als prüde. Sie trug gerne enge Jeans, kurze Röcke und Tops, die ihre Kurven betonten – aber sie war auch keine, die sich für ein paar Likes halb nackig ins Internet stellte. „Ich will nicht, dass mich irgendwelche Typen anwichsen, während sie meine Fotos anstarren“, sagte sie und schob sich eine Locke ihrer dunklen, schulterlangen Haare hinters Ohr. „Aber ich will auch nicht unsichtbar bleiben.“
Also begannen wir, zu experimentieren.
Zuerst waren es kleine Änderungen: Sie trug beim Drehen enge T-Shirts, die ihre Brüste leicht betonten, oder Shorts, die ihre langen, trainierten Beine zur Geltung brachten. Dann kamen die „zufälligen“ Momente – ein Rutschen des Trägertops, wenn sie sich vorbeugte, um einen Kaffee zu probieren, oder ein kurzer Blick über die Schulter, bei dem ihre Rundungen perfekt im Licht lagen. Die Thumbnails wurden knackiger: Statt eines neutralen Selfies zeigte sie jetzt ein Lächeln mit leicht geöffneten Lippen, einen Blick von unten, der ihre Augen größer wirken ließ, oder eine Pose, bei der ihr Hintern gerade so im Bild war.
Und es funktionierte.
Plötzlich kamen nicht mehr nur Kommentare wie „Süßes Café!“ oder „Wo ist das Top her?“ (was Lena immer mit einem „DM für Infos!“ beantwortete), sondern auch Nachrichten wie „Du siehst heute wieder mega aus, Schatz“ oder „Dein Lächeln macht meinen Tag.“ Die Follower-Zahl stieg schneller. Und ich? Ich wurde zum heimlichen Regisseur unseres kleinen Spektakels.
Jeden Abend, wenn Lena im Bett lag und noch schnell durch ihre Nachrichten scrollte, beobachtete ich sie. Wie sie die Lippen leicht spitzte, wenn sie ein Kompliment las. Wie sie manchmal die Augenbrauen hochzog, wenn eine Nachricht zu direkt wurde. „Der hier schreibt mir schon zum dritten Mal, ich soll ihm meine Snapchat-Adresse geben“, murmelte sie einmal und zeigte mir das Profil eines Typen mit Sixpack und Sonnenbrille. „Der hat 20K Follower. Soll ich?“
Ich zuckte mit den Schultern. „Wenn du Bock hast. Aber lass dich nicht verarschen.“
Doch in Wahrheit, in Wahrheit fand ich es geil. Nicht nur, weil meine Freundin plötzlich zur begehrten Frau wurde, sondern weil ich derjenige war, der sie dabei unterstützte. Derjenige, der ihr half, diese Version von sich zu erschaffen – eine Version, die selbstbewusst, sexy und erfolgreich war.
Und ich? Ich war ihr Mann. Der Typ, der abends mit ihr auf der Couch saß, während sie sich die neuesten Kommentare durchlas. Der Typ, der wusste, wie sie wirklich war – nicht nur die Lena aus den Videos, sondern die, die morgens mit zerzausten Haaren und ohne Make-up Kaffee trank. Die, die sich manchmal unsicher fühlte, aber trotzdem weitermachte.
Aber das war erst der Anfang. Denn je mehr sie zeigte, desto mehr wollten die Leute sehen. Und Lena? Lena begann, das zu genießen.
Der Durchbruch – und die ersten Zweifel
Der Algorithmus hatte sie endlich entdeckt. Plötzlich explodierten Lenas Views, ihre Follower-Zahl stieg von 5.000 auf 12.000 in nur zwei Wochen, und die Kommentare wurden immer intensiver. „Dein Lächeln ist wie ein Sonnenaufgang“, „Bitte mehr von diesen Beinen!“ oder das klassische „Du bist einfach perfekt“. Doch der eigentliche Game-Changer kam während unseres Urlaubs in einem All-Inclusive-Resort auf Mallorca – nicht in einem der überteuerten Luxus-Hotels, sondern in einem dieser hippen Adults-Only-Boutique-Resorts, wo die Poolpartys legendär und die Cocktails so süß waren, dass man nach dem dritten schon vergaß, warum man eigentlich hier war.
Es war der vierte Tag, die Sonne brannte wie verrückt, und Lena hatte sich nach einem langen Strandtag in unserem Zimmer umgezogen. „Ich dreh schnell noch ein paar Clips für den Sunset“, sagte sie und zog sich vor mir aus – nicht aufreizend, sondern ganz selbstverständlich, so wie sie es immer tat, wenn wir allein waren. Doch dann holte sie diesen Bikini hervor: ein winziges, braunes String-Teil, das mehr zeigte als verbarg. Der Stoff war so dünn, dass man fast ihre Haut darunter sehen konnte, und der Schnitt betonte jeden Zentimeter ihrer Kurven. „Der ist zu viel, oder?“ fragte sie und drehte sich vor dem Spiegel, während sie ihren Hintern kritisch musterte.
Ich schluckte. „Wenn du dich wohlfühlst…“
Und das tat sie. Mehr als das – sie genoss es. Sie drehte das Video nicht für die Marke, nicht für ein Restaurant, nicht für irgendwelche Kollaborationen. Sie drehte es für sich. Und für die Leute, die sie mittlerweile hatte: eine Mischung aus neidischen Mädels, die ihre Outfits wissen wollten, und Typen, die in den Kommentaren schon fast sabberten.
Die Szene war kurz – vielleicht zehn Sekunden –, aber sie war perfekt inszeniert: Lena stand am Pool, das Wasser glitzerte im Hintergrund, während sie sich langsam umdrehte, die Hände in die Hüften gestemmt, der Blick leicht gesenkt, aber mit diesem einen kleinen Lächeln, das verriet: „Ich weiß genau, was ich hier tue.“ Ihr Arsch – rund, fest, von unzähligen Workouts im Gym und ihren täglichen Joggingrunden am Rhein geformt – war das absolute Highlight. Und ihre Brüste? Die wurden in diesem Bikini so perfekt präsentiert, dass selbst ich für einen Moment vergaß, dass ich derjenige war, der sie eigentlich jeden Abend im Bett hatte.
Das Video ging online – und boom. Innerhalb von 24 Stunden hatte es 50.000 Aufrufe. Die Kommentare überschlugen sich: „Gott, diese Kurven“, „Kannst du bitte mehr von diesem Bikini posten?“ oder der Klassiker „Dein Freund ist der glücklichste Mann der Welt“. Lena lachte, als sie mir die Statistiken zeigte. „Siehst du? Das ist es, was die Leute wollen.“ Und sie hatte recht. Es war das erste Mal, dass sie nicht nur ihre Outfits oder ihr Make-up, sondern sich selbst als Hauptattraktion präsentierte. Und das Publikum fraß es auf.
Doch dann kam dieser eine Abend, an dem ich – aus reiner Neugier – durch ihre Follower-Liste scrollte. Und plötzlich blieb ich hängen. „Boah, der Tim hat geliked. Und der Marco. Und… verdammt, sogar der Jens.“ Jens, dieser Typ aus meiner alten Fußballmannschaft, der immer so tat, als wäre er der größte Frauenheld der Stadt. Und jetzt hatte er nicht nur Lenas Video geliked, sondern auch noch einen Kommentar hinterlassen: „Geiler Arsch, Lena. Wann zeigst du mal mehr?“ Dazu ein zwinkerndes Emoji.
Plötzlich fühlte sich alles anders an. Es war nicht mehr nur eine abstrakte Zahl, nicht mehr nur irgendwelche Fremden, die ihre Fotos angafften. Es waren Jungs, die ich kannte. Typen, mit denen ich Bier getrunken hatte, mit denen ich über Fußball diskutiert oder in der Werkstatt rumgealbert hatte. Und jetzt saßen sie da, wischten sich vielleicht einen runter zu meiner Freundin – oder schrieben ihr Nachrichten, die ich nicht sehen sollte.
Lena selbst schien das nicht sonderlich zu stören. „Die Jungs sind doch alle gleich“, sagte sie nur und scrollte weiter. „Die labern viel, aber am Ende trauen sie sich nichts.“ Doch ich spürte, wie sich etwas in mir veränderte. Nicht Eifersucht – nicht direkt. Sondern eine seltsame Mischung aus Stolz („Die wollen alle, was ich habe“) und diesem nagenden Gefühl, dass wir eine Grenze überschritten hatten, die nicht mehr zurückzunehmen war.
Der nächste Level: Wenn Hobbys zum Business werden
Lena wurde gierig. Nicht nach Geld – noch nicht –, sondern nach Aufmerksamkeit. Sie begann, sich systematisch durch die Profile anderer Influencerinnen zu arbeiten, analysierte, was funktionierte und was nicht. „Die hier postet nur noch in Unterwäsche – die hat 200K Follower. Die macht diese ‘Gym-Ass‘-Videos – 300K. Und die… oh, die hat gerade ein OnlyFans gestartet.“ Sie kaute auf ihrer Unterlippe, während sie durch die Videos scrollte. „Aber die meisten sehen aus wie billige Porno-Clips. Das will ich nicht.“
Also suchten wir den Mittelweg. Wir kauften Outfits, die gerade so noch akzeptabel waren – aber nur, wenn man nicht zu genau hinsah. Ein schwarzes Bodycon-Kleid, das ihre Kurven betonte, als wäre es eine zweite Haut. Ein durchsichtiges Top, das sie nur mit einem BH darunter trug – „Zufällig“ rutschte der Stoff manchmal zur Seite. Ein Minirock, der so kurz war, dass man ihren String sehen konnte, wenn sie sich bückte. „Das ist Kunst“, sagte Lena, als ich die Augenbrauen hochzog. „Das ist Teasing. Die Leute sollen sich fragen, was als Nächstes kommt – nicht, dass sie gleich alles sehen.“
Und es funktionierte. Plötzlich kamen die ersten Anfragen: „Könntest du unser neues Sommerkollektion vorstellen?“ „Wir laden dich ein, unser neues Restaurant in Düsseldorf zu testen – kostenlos, versteht sich.“ „Hier, nimm diese Uhr – wenn du sie in deinem nächsten Video trägst, schicken wir dir noch eine.“ Lena begann, Geld zu verdienen – nicht viel, aber genug, um sich ab und zu etwas zu gönnen. Ein neues iPhone. Ein Wochenende in Amsterdam. Ein paar teure High Heels, die sie „für die Content-Produktion“ brauchte.
Doch das eigentliche Geld kam von den Kollaborationen mit Online-Shops. „Die zahlen mir 200 Euro pro Post – plus, ich darf die Klamotten behalten“, erklärte sie mir, während sie ein Paket von FashionNovaDuesseldorf auspackte – ein Shop, der sich auf „sexy, aber nicht zu explizit“ spezialisiert hatte. Die Kleider, die sie raussuchte, waren interessant. Ein rotes Latex-Kleid, das ihre Brüste fast platzen ließ. Ein Netz-Top, das mehr zeigte als verbarg. Ein Body, der so eng war, dass man jeden Atemzug sah. „Das hier ist für einen ‘Try-On-Haul‘,“ sagte sie und hielt ein schwarzes, glänzendes Teil hoch, das aussah, als wäre es für einen Clubbesuch in Berlin gemacht – nicht für einen Spaziergang am Rhein.
Ich filmte sie, wie sie die Outfits anprobierte, sich vor dem Spiegel drehte, die Hände in die Hüften stemmte. „Was meinst du? Zu viel?“ fragte sie, als sie in einem dieser Kleider stand, dass ihre Nippel gerade so bedeckte.
Ich zuckte mit den Schultern. „Wenn’s dir gefällt.“
Und das tat es. Mehr als das – sie liebte es. Die Blicke der Männer, wenn wir unterwegs waren. Die Kommentare unter ihren Posts. Die Nachrichten von Typen, die ihr schrieben, wie „heiß“ sie aussah. „Die wollen mich“, sagte sie einmal zu mir, als wir nach einem Drehtag im Bett lagen. „Aber sie können mich nicht haben.“ Und dann küsste sie mich, während ihre Hand langsam nach unten wanderte.
Doch ich wusste: Es war nur eine Frage der Zeit, bis jemand mehr wollte. Und ich war mir nicht sicher, ob ich – oder sie – dann noch Nein sagen würden.
Wenn aus einem Nebenjob ein Vollzeit-Fetisch wird – und ich mittendrin stecke
Eineinhalb Jahre nach ihrem ersten „ernsthaften“ Post hatte Lena es geschafft: Sie verdiente genug, um ihr Studium auf Eis zu legen und sich voll und ganz auf ihren Influencer-Job zu konzentrieren. Kein 9-to-5-Bürojob, keine nervigen Kommilitonen, keine Dozenten, die ihr vorkauten, was sie zu denken hatte. Stattdessen: Freiheit. Freiheit, ihre Tage selbst einzuteilen, Freiheit, nur das zu tun, was ihr Spaß machte – und Freiheit, sich selbst so zu inszenieren, wie sie es wollte. Ihr Account hatte mittlerweile über 80.000 Follower, und die Zahlen stiegen jeden Tag. Die Kommentare wurden immer direkter, die Nachrichten in ihren DMs immer kreativer.
Und ich? Ich wurde zum heimlichen Voyeur meines eigenen Lebens.
Ich entwickelte eine fast schon krankhafte Faszination dafür, zu beobachten, wie andere Männer auf sie reagierten. Nicht nur die Fremden, die ihr schrieben – „Dein Körper ist einfach unglaublich, Schatz“ oder „Würde dich so gern mal persönlich treffen“ –, sondern vor allem die Typen, die ich kannte. Jens, der immer so tat, als wäre er der größte Macher der Stadt, likte jedes ihrer Bikini-Fotos innerhalb von Minuten. Tim, dieser langweilige Bürohengst aus meiner alten Fußballmannschaft, kommentierte plötzlich „Geiler Arsch“ unter ein Video, in dem sie sich im String-Bikini umdrehte. Und dann war da noch Mark, dieser selbstverliebte Barkeeper aus der Kneipe um die Ecke, der ihr plötzlich „Privatnachrichten“ schickte – „Lena, du bist einfach was Besonderes. Lass uns mal einen Kaffee trinken.“
Ich hasste es. Und gleichzeitig genoss ich es. Dieses seltsame, schmutzige Gefühl, dass all diese Kerle sie wollten – aber ich derjenige war, der abends mit ihr im Bett lag. Derjenige, der wusste, wie sie wirklich war: nicht nur die perfekt gestylte, selbstbewusste Influencerin, sondern auch die Lena, die morgens mit zerzausten Haaren und ohne Make-up rumlief. Die Lena, die sich manchmal unsicher fühlte, aber trotzdem weitermachte. Die Lena, die mir gehörte.
Doch dann kam der Tag, an dem alles noch eine Stufe intensiver wurde.
Das Fitnessstudio – oder wie ein Fitness-Trainer unser Leben auf den Kopf stellte
Eines Nachmittags, als Lena gerade dabei war, ihre neuesten Stats zu checken („Boah, 10.000 Aufrufe in einer Stunde!“), klingelte ihr Handy. „Hallo, hier ist das IronGym in der Innenstadt. Wir haben Ihr Profil gesehen und würden Sie gerne als unsere neue Brand Ambassador gewinnen.“ Kostenlose Mitgliedschaft, 300 Euro pro Content-Paket – und die Erlaubnis, so oft zu kommen, wie sie wollte. „Das ist perfekt!“ strahlte Lena. „Dann können wir endlich zusammen trainieren – und ich kann gleichzeitig Content drehen!“
Ich stimmte zu, auch wenn ich insgeheim wusste: Das hier wird nichts Gutes.
Das IronGym war eines dieser modernen Fitnessstudios, in denen alles nach Schweiß, Testosteron und teuren Protein-Shakes roch. Die Wände waren mit Spiegeln tapeziert, die Geräte glänzten wie frisch poliert, und die Trainer sahen aus, als wären sie direkt einem Men’s Health-Cover entsprungen. Und mittendrin: meine Freundin. In engen Leggings, die jeden Muskel ihrer Beine betonten. In Tops, die ihre Brüste perfekt in Szene setzten. In Outfits, die eigentlich dafür gemacht waren, Blicke auf sich zu ziehen – und genau das taten sie.
An dem Tag, an dem alles kippte, trug sie ein pinkfarbenes Sport-Set – oder besser gesagt: das, was man als Sport-Set bezeichnen konnte. Die Leggings waren so eng, dass man jede Kontur ihres Hinterns sehen konnte, und das Crop-Top saß so knapp, dass ihr Bauchnabel ständig zufällig zu sehen war. „Perfekt für die Kniebeugen-Szene“, sagte sie und zwinkerte mir zu, während sie sich vor dem Spiegel drehte.
Und dann kam er: Tom. 1,90 Meter, breite Schultern, ein Sixpack, das aussah, als wäre es in Stein gemeißelt, und dieses selbstgefällige Grinsen, das ich sofort hasste. „Also, Lena, du willst also ein paar Übungen für dein Lower Body-Video drehen?“ Seine Stimme war tief, fast schon ein bisschen zu aufdringlich freundlich. „Kein Problem. Ich helf dir.“
Was folgte, war eine der interessantesten Stunden meines Lebens.
Ich stand da, die Kamera in der Hand, und filmte, wie Lena sich vor Tom in Position brachte. Jedes Mal, wenn sie in die Knie ging, wurden ihre Leggings fast durchsichtig – man konnte ihren kleinen, schwarzen String darunter sehen, wie er sich zwischen ihre Pobacken schmiegte. Jedes Mal, wenn sie sich vorbeugte, um ein Gewicht aufzuheben, gab ihr Top ein bisschen mehr preis. Und Tom? Der musste sie natürlich „korrigieren“. „Nein, Lena, dein Rücken muss gerade bleiben – hier, ich halt dich fest.“ Seine Hände lagen auf ihren Hüften, seine Finger gruben sich fast schon besitzergreifend in ihre Haut. „So ist es besser, oder?“
Lena lachte, als wäre alles völlig normal. „Ja, viel besser.“ Sie warf mir einen kurzen Blick zu – nicht schuldbewusst, sondern amüsiert. Als würde sie denken: „Siehst du, was ich hier mache?“
Und ich? Ich filmte weiter. Schweiß tropfte mir den Rücken hinunter, aber nicht vom Training. Meine Hände zitterten leicht, als ich die Kamera führte, und ich spürte, wie sich etwas in mir zusammenzog – nicht Wut, nicht Eifersucht, sondern etwas Dunkleres. Etwas, das mich abends, als wir wieder zu Hause waren und Lena unter der Dusche stand, dazu brachte, die Videos noch einmal anzusehen. Und dann noch einmal. Und dann meine Hand in meine Hose wandern ließ.
Ich kam, während ich zuschaute, wie ein fremder Mann meine Freundin anfasste.
Die ersten Witze – und die Frage, wer hier eigentlich wen verarschte
Am nächsten Tag, als ich in der Werkstatt stand und mit den Jungs über das Wochenende quatschte, kam das Thema ganz zufällig auf Lena. „Alter, dein Mädchen hat aber einen tollen Trainer, was?“ Jens grinste und hielt mir sein Handy hin – ein Screenshot von Lenas neuestem Video, in dem Tom ihr „half“, eine Hantel zu stemmen. „Der Typ ist ja mal ein Brocken. Und deine Alte scheint’s zu genießen.“
Die anderen lachten. „Ja, klar, der hat bestimmt mehr zu bieten als du, oder?“ Mark, dieser Wichser, klopfte mir auf die Schulter. „Aber hey, Hauptsache, du kriegst die Reste ab, was?“
Ich lachte mit. „Ja, ja, sehr witzig.“ Aber innerlich, innerlich brannte etwas. Nicht, weil sie mich verarschten – ich wusste, dass das nur dumme Sprüche waren. Sondern weil ich plötzlich verstand, was hier passierte.
Ich war nicht mehr nur der Freund, der seine Freundin unterstützte. Ich war der Typ, der zuschaute. Der Typ, der es zuließ. Der Typ, der sich abends einen runterholte, während ein anderer Mann seine Freundin anfasste – und der es genoss.
Und das Schlimmste? Lena wusste es.
Der Deal mit dem Teufel – oder wie ein Online-Shop unsere Beziehung auf die Probe stellte
Es war ein Dienstagnachmittag, als Lena mit strahlenden Augen nach Hause kam. „Schatz, ich hab was richtig Gutes!“, rief sie schon von der Tür aus und wedelte mit einem Vertrag in der Hand. „Mark von ChicBoutique Köln will mich als ihr Hauptmodel! 500 Euro pro Shooting, plus ich darf alles behalten, was ich anziehe!“
ChicBoutique Köln war einer dieser Online-Shops, die sich auf „hochwertige, exklusive Damenmode“ spezialisiert hatten – oder zumindest behaupteten sie das. In Wahrheit verkauften sie vor allem eines: Kleider, die so eng, so kurz und so durchsichtig waren, dass sie eher an Clubwear als an Alltagskleidung erinnerten. Aber hey, das Business brummte, und Mark, der Besitzer, war ein schlauer Fuchs. Er wusste genau, was seine Kunden wollten: Frauen, die in seinen Klamotten aussahen, als würden sie jeden Moment aus ihnen herausplatzen.
Das Problem? Ich durfte nicht mit.
„Der Fotograf ist ein Profi, der weiß genau, wie man die Sachen in Szene setzt“, erklärte Lena, während sie sich vor dem Spiegel drehte und ein schwarzes, glänzendes hautenges Kleid anprobierte, das ihre Kurven so betonte, als wäre es direkt auf sie gemalt. „Und Mark sagt, es ist besser, wenn nur wir drei da sind – weniger Ablenkung.“
Ich nickte. „Klar. Macht Sinn.“ Aber innerlich fraß mich etwas auf.
Das erste Shooting – und die Fotos, die alles veränderten
Zwei Wochen später sah ich die Ergebnisse.
Und verdammt.
Die Fotos waren intensiv. Ein rotes Latex-Kleid, das ihre Brüste so zusammenpresste, dass man fast ihre Nippel durch den Stoff sehen konnte. Ein schwarzes Netz-Top, das mehr zeigte als verbarg – ihre Haut schimmerte darunter, und ihr BH war gerade so zu erkennen. Ein Minirock, der so kurz war, dass man ihren String sehen konnte, wenn sie sich nur ein bisschen bewegte. Und dann war da noch dieses eine Outfit: ein durchsichtiges, weißes Negligé, das sie nur mit einem schwarzen Tangaslip darunter trug. „Das ist für die Lingerie-Kollektion“, erklärte Lena lässig, als sie mir die Fotos zeigte. „Mark meint, das wird ein Hit.“
Ich starrte auf das Bild. Ihre Brüste waren fast vollständig zu sehen, ihre Nippel nur leicht von dem dünnen Stoff bedeckt. Ihr Arsch – rund, fest, perfekt geformt – war in diesem Negligé das Highlight. Und ihr Blick? Der war direkt in die Kamera gerichtet, mit diesem kleinen, selbstbewussten Lächeln, das sagte: „Ich weiß genau, was ich hier tue.“
„Ist das nicht… ein bisschen zu viel?“, fragte ich und versuchte, meine Stimme ruhig klingen zu lassen.
Lena zuckte mit den Schultern. „Schau mal, wie viele Influencerinnen das posten. Die zeigen noch viel mehr. Das ist doch völlig normal.“ Sie scrollte durch ihr Handy und zeigte mir Profile von Mädchen, die in noch freizügigeren Outfits posierten – manche davon fast nackt. „Mark sagt, ich hab das perfekte Maß. Sexy, aber nicht billig.“
Ich sagte nichts. Aber ich dachte eine Menge.
„Du kannst nicht überall sein“ – und wie ich langsam überflüssig wurde
Das Problem war: Ich hatte einen Job. Einen richtigen Job. Mit festen Arbeitszeiten, Chefs, die mich brauchten, und Kunden, die nicht verstanden, warum ich plötzlich jeden zweiten Nachmittag „für Lenas Content“ verschwinden wollte. „Schatz, du musst doch verstehen – ich kann nicht jeden Tag mit dir ins Gym oder zu Shootings kommen“, sagte ich eines Abends, als sie mich wieder fragte, ob ich nicht endlich mal mit ihr trainieren gehen wollte. „Ein gut aussehendes Paar zieht viel mehr Aufmerksamkeit auf sich!“, argumentierte sie und strich mir über den Arm. „Aber wenn du keine Zeit hast, ist das okay. Ich kann auch jemanden einstellen, der die Videos für mich schneidet.“
Und so wurde ich langsam ersetzbar.
Lena begann, ihre Freundinnen mitzunehmen – vor allem diese eine, Jasmin, eine blonde, selbstbewusste Studentin, die selbst schon ein paar tausend Follower hatte und genau wusste, wie man die Kamera nutzte, um jeden Winkel perfekt aussehen zu lassen. „Die zwei zusammen? Das wird explosiv!“, sagte Mark, als Lena mir ein Video zeigte, in dem sie und Jasmin in Matching-Outfits – zwei enge, glänzende Bodys, die ihre Kurven betonten – vor einem Spiegel posierten.
Ich lächelte. „Sieht gut aus.“ Aber innerlich fragte ich mich: Was zum Teufel mache ich hier eigentlich noch?
„Ich hab eine Überraschung für dich“ – und wie ich realisierte, dass ich nicht mehr der Einzige war, der sie so sah
Es war ein Donnerstagabend. Lena kam nach Hause, ihre Wangen waren gerötet, ihre Augen glänzten. „Ich hab was für dich“, sagte sie und drückte mir ihr Handy in die Hand.
Die ersten Fotos waren harmlos. Ein enges, rotes Kleid, das ihre Brüste betonte. Ein schwarzer Body, der ihre Taille perfekt einschnürte. „Die gehen online“, erklärte sie. „Aber die hier…“ Sie wischte weiter. „…sind nur für dich.“
Und dann sah ich sie.
Lena. In einem schwarzen, durchsichtigen Bodysuit, der nichts verbarg. Ihre Brüste waren deutlich zu sehen, ihre Nippel hart, als hätte sie sich extra kalt gemacht, bevor sie das Foto schoss. Ihr String war gerade so bedeckt, aber der Stoff war so dünn, dass man jeden Zentimeter ihrer Haut darunter erkennen konnte. Und dann – dann kam das nächste Bild: Sie in einem roten Lingerie-Set, das sie auf dem Bett liegend trug, die Beine leicht gespreizt, der Blick direkt in die Kamera, als würde sie mich herausfordern.
Mein Atem stockte. „Wo… wo sind die gemacht worden?“
Lena lächelte. „Im Shop. Mark hat gesagt, ich soll ein paar besonders heiße Teile anprobieren – für eine exklusive Kollektion.“ Sie beugte sich vor und flüsterte mir ins Ohr: „Er hat die ganze Zeit zugesehen. Und der Fotograf auch.“
Etwas in mir klickte.
Plötzlich war es nicht mehr nur ein Job. Nicht mehr nur Content. Nicht mehr nur „harmlose“ Fotos für einen Online-Shop.
Es war ein Spiel. Ein Spiel, bei dem ich nicht mehr der Einzige war, der sie so sah. Ein Spiel, bei dem andere Männer – Mark, der Fotograf, wer auch immer – meine Freundin in Unterwäsche betrachtet hatten. Ein Spiel, bei dem ich langsam verstand: Ich war nicht mehr der Regisseur.
Ich war nur noch ein Zuschauer. Und Lena? Sie liebte es.
Über zwanzig Bilder. Lena in schwarzer Spitzenunterwäsche, die ihre Brüste perfekt umschloss, während ihre Nippel gerade so durch den Stoff zu erkennen waren. Lena in einem roten Bralette, dass ihre Haut wie Feuer aussehen ließ, die Hände in den Haaren, der Blick verführerisch. Lena in einem durchsichtigen Bodysuit, der nichts verbarg – ihre Brüste, ihr Bauchnabel, der Ansatz ihres Strings. „Mark hat gesagt, ich soll alles ausprobieren“, flüsterte sie, während ich die Bilder verschlang. „Er wollte sehen, was am besten wirkt.“
Mein Schwanz wurde hart wie Stahl. „Fuck, Lena…“
Sie lächelte. „Gefällt’s dir?“
Ich nickte, unfähig, ein Wort herauszubringen.
Dann stand sie auf. „Warte.“ Sie verschwand im Badezimmer. Ich hörte, wie sie sich umzog, das leise Rascheln von Stoff, das Klicken ihres BH-Verschlusses. Und dann – dann kam sie zurück.
In demselben roten Lingerie-Set wie auf den Fotos.
Der BH umschloss ihre Brüste perfekt, der Slip war so klein, dass man den Ansatz ihrer Schamlippen sehen konnte. Sie stand einfach da, die Hände auf den Hüften, und ließ mich anschauen. „Na? Gefällt’s dir jetzt?“
Ich stürzte mich auf sie.
Die Realisierung – und die Frage, wer noch alles zugesehen hatte
Der Sex war wild. Intensiv. Fast schon aggressiv. Ich packte sie, drückte sie gegen die Wand, meine Hände überall – auf ihren Brüsten, ihrem Arsch, zwischen ihren Beinen. Sie stöhnte, krallte sich in meine Schultern, flüsterte meinen Namen. „Ja… genau so…“
Doch als ich später neben ihr lag, mein Atem langsam ruhiger wurde, traf mich die Realität wie ein Schlag.
Sie war stundenlang in diesem Raum gewesen. Mit Mark. Mit dem Fotografen. Mit wem auch immer noch.
Ich stellte mir vor, wie sie dort stand. Wie sie sich umzog. Wie sie diese Kleider anprobierte, die so eng waren, dass sie kaum atmen konnte. Wie sie sich vor dem Spiegel drehte, während andere Männer sie ansahen. Wie sie in diesem durchsichtigen Bodysuit posierte, während Mark ihr sagte, sie solle die Beine ein bisschen mehr spreizen. „Ja, genau so… perfekt.“
Mein Magen drehte sich um.
Am nächsten Morgen, als Lena noch schlief, nahm ich ihr Handy. Ich wusste, es war falsch. Aber ich musste es wissen.
Und da war es. Eine Nachricht von Mark.
„Die Fotos sind unglaublich, Lena. Du siehst aus wie eine Göttin.“ Dazu ein Feuer-Emoji. Und dann: „Ich hab dir ein paar der Teile eingepackt – die, die dir am besten standen. Die kannst du behalten. Als kleines Dankeschön.“
Ihre Antwort: „Danke, Mark! Du bist der Beste. Die Shootings mit dir machen so viel Spaß.“ Dazu ein zwinkerndes Emoji.
Ich spürte, wie sich etwas in mir zusammenzog. Eifersucht? Nein. Etwas Schlimmeres.
Scham. Weil ich wusste, dass ich genau das wollte. Dass ich genau das geil fand. Dass ich genau das brauchte.
Dass ein anderer Mann sie so sah. Dass ein anderer Mann sie berührte. Dass ein anderer Mann ihr sagte, wie perfekt sie aussah.
Und ich? Ich war nur noch der Typ, der zuschaute. Der Typ, der wusste. Der Typ, der sich abends einen runterholte, während seine Freundin für andere Männer posierte.
Ich legte das Handy zurück. Lena regte sich im Schlaf, drehte sich auf die Seite. Ihr Atem war ruhig, ihr Gesicht entspannt.
Ich starrte an die Decke.
Ein anderer Mann im Raum, während sie Unterwäsche anprobiert. Das war nicht normal. Das war nicht „nur ein Job“. Das war etwas, das uns veränderte. Etwas, das mich veränderte.
Ich wusste, es ging zu weit. Aber ich konnte nicht aufhören.
Weil ich es liebte. Weil ich es brauchte. Weil ich wollte, dass sie begehrt wurde.
Und weil ich langsam verstand: Ich war nicht mehr der Mann, der sie beschützte.
Ich war der Mann, der zuschaute, wie sie genommen wurde. Und das Schlimmste?
Ich würde es nie wieder anders wollen.








